Die Lachmöve

(Juliane Jessel)
Die Lachmöwe (Larus ridibundus) ist als Brutvogel auf Island, den Britischen Inseln und von hier aus über ganz Mitteleuropa durch die Sowjet- Union bis zur Mandschurei verbreitet. Die Bezeichnung Lachmöwe bezieht sich aber nicht auf die Stimme dieser Möwe, die keineswegs wie ein Lachen klingt, sondern aus heiseren und krächzenden Rufen wie "rr- au" "kra kra " besteht. Vielmehr gab das ursprüngliche Brutgelände, verschilfte Seen, Teiche und Lachen, der Möwe diesen Namen. Eine andere Namensdeutung durch Prof. Stresemann behauptet, daá die Bezeichnung Lachmöwe auf eine bereits im 18. Jahrhundert erfolgte Verwechselung mit der Aztekenmöwe (Larus atricilla) erfolgte. Der englische Name >> Laughing Gull<<, der sich tasächlich auf die wie ein Lachen klingende Stimme von L. atricilla bezog, wurde 1773 durch S. Müller irrtümlich für Larus ridibundus, unsere heutigen Lachmöwe, angewendet und festgeschrieben.

Wie bereits angedeutet, war die Lachmöwe ursprünglich eine Möwe des Binnenlandes. Im Jahre 1930- 40 trat die Lachmöwe als Brutvogel vereinzelt auf den Nordseeinseln und Halligen auf in Mellum 1933, Norderoog 1934 und 1939 auf Wangeroog. Im Bereich des Nordfriesischen Wattenmeeeres stehen den etwa 1500 Brutpaaren der Silbermöwen gegenwärtig (1975) rund 4000 Brutpaare der Lachmöwe gegenüber. Im Rantum- Becken auf Sylt, im Speicherbecken des Hauke- Haien- Kooges, in den Spähtingen bei Simonsberg sowie auf der Hallig Norderoog befinden sich die Hauptbrutplätze.

Die Nistplätze liegen in der-,Binsen- und Simsenvegetation von Gewässern und Feuchtgebieten, aber auch auf den Halligwiesen und Hellern am Watt. Alle Möwen sind ausgeprägte Koloniebrüter. Die Nester von den Lachmöwen liegen immer nur wenige Meter auseinander. Infolgedessen sind die einzelnen Paare ständig mit der Verteidigung bzw. Behauptung ihres kleinen Revieres beschäftigt, so dass ein unentwegtes, heiseres Geschrei aus den Lachmöwenkolonien zu hören ist. Entsprechend der feuchten Umgebung sind die Nester sehr umfangreich und hoch aufgeschichtet. Ende April, Anfang Mai werden drei Eier gelegt,die hinsichtlich der Farbe und Flecken den Eiern der Sturmmöwe gleichen. Da es so viele Möwen gibt wird das Erstgelege der Lachmöwe abgesammelt. Die Lachmöwe frißt Kleinfische, Wattwürmer, Krabben, Abfälle aber auch Insekten. Sobald die Jungtiere flügge sind werden die Brutplätze verlassen. Nur wenige fliegen bis zum Mittelmeer die meisten suchen sich einen Platz in Hafenstädten, auf Halligen oder Inseln.

 
Home  Halligthemen   nächstes Thema